Fashion School for Kids – Ein Nähparadies für kleine Berliner

 

Das Oberteil ist natürlich selbstgemacht
Das Oberteil entstand…

Mitten in Charlottenburg, in einer kleinen Seitenstraße zwischen Kurfürstendamm und Kantstrasse, gibt es eine Modeschule für Kinder. Es ist ein fast magischer Ort: Stoffballen und Nähmaschinen stehen einladend bereit; als ich mein Kind dort abholte hätte ich mir am liebsten selber eine Maschine geschnappt und frei Hand einfach losgenäht. Meine Tochter wäre für Nähprojekte allein mit mir zu Hause viel zu ungeduldig, doch an der Fashion School for Kids war sie genau richtig. Die Leiterin, Ruth Funk trifft mit ihrer Schule den Nerv vieler Kinder, die sich einfach mal an einer Nähmaschine ausprobieren wollen. Als studierte Modedesignerin und Wirtschaftswissenschaftlerin bringt sie viel praktische Erfahrung mit und kennt die Welt der Mode von der Pieke auf. Nach Stationen bei Estée Lauder und Origins gründete sie ihr eigenes Label“Tokipoki“ und ist heute Dozentin für den Studiengang Modemarketing an der Business School Berlin, sowie an der Akademie für Mode und Design im Studiengang Mode und Designmanagement tätig. Eine Allrounderin also.

 

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… in der Fashion School for Kids

Die Fashion School for Kids gibt es seit 2008, als Ruth Funk für sich selber Atelierräume in Berlin anmietete und auf die Idee kam, diese auch als Unterrichtsräume zu nutzen. In München hatte sie an der Schule ihrer Kinder den Bereich „Mode“ vorgestellt. Durch die große Resonanz wurde die Idee geboren, Modekurse für Kinder anzubieten. An der Fashion School for Kids können kleine Berliner heute Modezeichnen lernen und Nähkurse belegen. Es wird jedoch nicht nach einem bestimmten Schema genäht. Frau Funk ist es wichtig, dass in ihren Kursen keine Wettbewerbsatmosphäre entsteht. Es geht gar nicht darum, handwerklich besonders gut oder perfekt zu nähen und Erfolge abzuliefern. Das Nähen soll hier vor allem Spaß machen, das Selbstbewusstsein stärken und Erfolgserlebnisse vermitteln. Es ist einfach etwas ganz besonderes, ein Kleidungsstück zu tragen, das man selber genäht hat. Die Kinder können unter der Anleitung von Frau Funk im Grunde genommen nähen, worauf sie Lust haben und dabei gerne ihre eigenen Ideen mitbringen. Sie hat eine große Sammlung an Schnittmustern und Projekten zusammengestellt, aus denen ihre Schüler frei wählen können. Denn nicht jedes Kind mag gleich ein Kleidungsstück nähen, sondern fühlt sich mit einer selbstgemachten Tasche als Projekt wohler. Kinder wollen oft auch gar nicht lange an einem Projekt herumwerkeln; schnelle Erfolgserlebnisse sind manchmal einfach wichtig.

Der Nähmaschinenführerschein
Der Nähmaschinenführerschein

Die Kurse werden hauptsächlich von Mädchen besucht. Manchmal entsteht ein regelrechter „Girls’ Club“: Es wird bei Snacks und Getränken genäht, gequatscht und gelacht. Die Gruppen sind altersgemischt und es ist auch gar nicht so wichtig, wenn eine schon mehr kann als andere. Das Konzept der Modeschule geht auf: Die Kinder wirkten nach dem Kurs sehr begeistert.

S.

fashionschoolforkids.com

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